Besuch Fotomuseum, Winterthur
30. April 2011
Ausstellung: André Kertész

Zehn Leute waren wir, die am Samstag, 30. April 2011 das Photomuseum besucht haben. Und das obwohl - oder gerade weil - der Ausflug relativ kurzfristig organisiert worden ist. Gefunden haben wir uns im Zug problemlos. Die meisten besuchten zuerst die Ausstellung von André Kertész.

André Kertész war 1894 in Ungarn zur Welt gekommen. Dort, in Paris und in New York hat er gelebt und fotografiert. Zwei Mal im Laufe seines Lebens hat er einen grossen Teil seiner Bilder und Negative verloren. Die Ausstellungsmacher haben grossen Wert darauf gelegt, Originale zu zeigen. Deshalb sind oft nur kleine Kontaktabzüge zu sehen. Einige der bekannteren Bilder hat Kertész später, als ein Teil der Negative wieder aufgetaucht ist, neu vergrössert, z.T. auch einen neuen Ausschnitt gewählt. In der Ausstellung kann man die kleinen Bilder mit Fresnel-Lupen betrachten. Andere Lupen darf man nicht benutzen, da sie das Licht der Deckenlampen auf die Fotos bündeln und sie so beschädigen können.

Einige Themen kommen in den Bildern von André Kertész immer wieder vor:
- Er spielt oft mit dem Schatten von Gegenständen und von Leuten. Beispeilsweise  hat er Personen im flach einfallenden Sonnenlicht senkrecht von oben fotografiert.

- Schlechte Lichtverhältnisse haben ihn nicht vom Fotografieren abgehalten.
Es gibt einige Nachtaufnahmen oder Aufnahmen bei Regenwetter und von Überflutungen.

- Strassenszenen gibt es von allen seinen drei Wohnorten.

- Personen und Gruppen fotografierte er in ihrer gewohnten Umgebung. Für Reportagen ist das selbstverständlich. Es gibt aber auch Bilder, die aussehen, wie wenn sie in den Ateliers von Freunden an kleinen Parties oder zufälligen Treffen entstanden wären.

- Viele seiner Sujets haben von Natur aus wenig Farbe und wären als Farbfotos kaum bunter.

- Die Perspektive hat er oft so gewählt, dass es einen als Betrachter geradezu in das Bild hineinzieht.

Im Fotomuseum und in der Fotostiftung Schweiz gab es noch je eine weitere Ausstellung zu sehen. Die meisten werden sich die eine oder andere angeschaut haben, nachdem sie sich an den vollen Tellern im Bistro "George" gestärkt hatten. Ich selber musste mich leider früh verabschieden und lasse gerne andere über den weiteren Verlauf des Ausflugs berichten.

Markus Dätwyler

Impressionen:








Bilder: André Kertész